StartseiteBaumschnitt

Grundsätzlich ist es so, dass Bäume ohne geschnitten zu werden bestens leben können. Bäume werden geschnitten, weil wir Anforderungen an sie stellen welche ein Baum nicht von sich aus erfüllen kann. Es liegt im menschlichen Wesen, dass dort nachgeholfen oder begrenzt wird, wo uns die Natur zu weit weg ist oder wo sie uns zu nahe kommt. Also schneiden wir Bäume nicht in erster Linie ihrer Gesundheit wegen, sondern um die vom Menschen gewünschte Umgebung zu pflegen und zu erhalten.So gesehen ist der Ausdruck "Baumpflege" eine Begriffsverwirrung. Natürlich fallen unter den Begriff auch Massnahmen wie etwa Standortverbesserungen, Baumschutzmassnahmen, Wässern, oder allenfalls Düngen. Daneben können Kronensicherungsmassnahmen ein Baumleben unter Umständen erheblich verlängern. So gesehen hat der Begriff Baumpflege trotzdem eine gewisse Berechtigung.

Kletterarbeit beim BaumschnittDas Anliegen des Baumpflegers ist es, Schnitt- und Sicherungsmassnahmen an Bäumen schonungsvoll vorzunehmen, so dass sie den Baum in seinen physiologischen Funktionen möglichst wenig beeinträchtigen. Dafür sind Wissensgrundlagen über die Lebensvorgänge in Bäumen, über Baummechanik und Holzanatomie, sowie über die verschiedenen Bedürfnisse einzelner Baumorgane und Baumarten unbedingte Voraussetzung.

Es gibt viele Gründe, warum wir Bäume geschnitten haben wollen, es gilt aber immer der Grundsatz, dass Bäume schonungsvoll und nach biologischen Grundsätzen behandelt werden sollen.

Gründe zum Baumschnitt:

zum SeitenanfangGrund zum Baumschnitt: Unerwünschte Wuchsrichtungen

Oft stellt man erst nach Jahren fest, dass der vor zehn oder zwanzig Jahren gepflanzte Baum nicht nach unseren Vorstellungen wächst. Starke Äste wachsen in Höhe des Autodaches vor die Garageneinfahrt andere direkt vor den Balkon. Korrekturschnitte sind meistens dann notwendig, wenn der Erziehungsschnitt am Jungbaum ausgeblieben ist. In unserem Falle müssen Äste, die zu tief am Stamm angesetzt sind und darum in eine Strasse ragen, entfernt werden.

Ein weiteres Beispiel sind Korrekturen an Ästen, die sich konkurrenzieren oder das Entfernen von Ästen, die mit dem Ursprungstrieb nicht stabil verbunden sind.

Korrekturschnitte haben oft grosse Schnittwunden zur Folge, was ein wesentlicher Nachteil gegenüber dem Erziehungsschnitt darstellt.

Weitere Gründe für einen Kronenkorrekturschnitt sind Fehlentwicklungen, die sich nach Kronenausbrüchen oder falscher Schnittanwendung gebildet haben. Korrekturen solcher Art dauern stets über mehrere Jahre und können nicht in einem Arbeitsgang ausgeführt werden.


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zum SeitenanfangGrund zum Baumschnitt: Lichtverhältnisse

vor dem Auslichten nach dem Auslichten
vor dem Auslichten... ...und nachher.

Ein häufiger Grund zum Baumschnitt sind von Bäumen verursachte Lichtverhältnisse, die von manchen Menschen als unangenehm empfunden werden. Meistens trifft dies auf Bäume zu, die im Sommer zu viel Schatten spenden, aber auch auf Alleen, die im städtischen Raum zu dicht geworden sind und ganze Strassenzüge verdunkeln. Solchen Problemen kann man mit einem Auslichtungsschnitt, Kronenbegrenzungsschnitt oder mit dem Erstellen eines entsprechenden Lichtraumprofiles entgegenwirken.

Kappschnitt

unkorrekter Baumschnitt: sog. "Kappschnitt"

Leider werden trotz besseren Wissens auch heute noch viele Bäume gekappt, weil sie unseren Lichtansprüchen nicht entsprechen. Solche Kappschnitte sind nicht fachmännisch und sollten aus folgenden Gründen nie ausgeführt werden:


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zum SeitenanfangGrund zum Baumschnitt: Stabilität und Sicherheit

Starke Sturmwinde, welche in unseren Breiten in den letzten Jahren stark zugenommen haben, gefährden unsere Bäume und damit unsere Umwelt. Mit den zunehmenden Stürmen wächst auch die Angst darum, ob vielleicht der Baum, der nahe am Wohngebäude steht, dem nächsten Sturm noch Stand hält. Oder könnte vielleicht der starke Ast, der über den Spielplatz des Kindergartens ragt, beim nächsten Gewitter aus der Krone herausbrechen?

Die Sicherheit, welche wir von Bäumen in besiedelten Gebieten fordern, ist ein wichtiger Grund dafür, Bäume regelmässig von Baumpflegespezialisten überprüfen zu lassen. Die Ursache von Schwachstellen (potentielle Bruchstellen an Bäumen) können einerseits genetischen Ursprungs sein, andererseits können äussere Einflüsse zu Rissbildungen, Frostschäden, Faserstauchungen, Faserknicken und anderen Schäden im Holzkörper führen. Schwachstellen aufgrund solcher Verletzungen werden oft zusätzlich durch holzzersetzende Pilze besiedelt. Dadurch kann je nach Baum- und Pilzart massive Fäulnis entstehen, was zu zusätzlicher mechanischer Schwächung führt.

Oft werden Bäume, die nicht ganz unserer Vorstellung von Sicherheit entsprechen, kurzerhand gefällt. Dies ist zwar die Methode mit der man auf der sichersten Seite steht.

Es gibt aber auch andere Lösungen, welche einem das Gefühl von Sicherheit inklusive die Freude am Baum weiter gewähren.

Mit Entlastungsschnitten, Kroneneinkürzungen und Kronensicherungen kann die Sicherheit von mechanisch geschwächten Bäumen meist wiederhergestellt werden. Oft sind nicht grosse Schnitte erforderlich, um eine Baumkrone zu entlasten. Mit mehreren kleinen Schnitten in den äusseren Kronenbereichen werden die Hebelkräfte, welche die Schwachstellen belasten, meist genügend reduziert. Ausserdem werden mit kleinen Schnitten die Lebensvorgänge im Baum weniger gestört als mit grossen.


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zum SeitenanfangGrund zum Baumschnitt: Baumgrösse

Bäume können beträchtliche Biomassen aufbauen. Die Grösse die ein Baum im Laufe seiner Jahre entwickeln kann, überschreitet die gewünschte Grösse oft bei weitem.

Auch wenn sich der Baumbesitzer über das üppige Wachstum freut, wird diese Freude vom Nachbarn nicht in jedem Fall geteilt. Nachbarrechtliche Gesetzesgrundlagen zwingen oft zum Baumschnitt. Viele Gemeinden haben ihre eigenen Bestimmungen über Grenzabstände von Bäumen und Sträuchern zum Nachbargrundstück.

Vielfach werden Kronenbegrenzungsschnitte auch dann notwendig, wenn Äste zu nahe an Gebäude, Fahrleitungen, Kandelaber oder andere Baulichkeiten grenzen. Obwohl Bäume mit einem regelmässigen Begrenzungsschnitt in Form und Grösse gehalten werden könnten, werden leider immer wieder Bäume verstümmelt (gekappt), weil sie die von uns gesetzten Grenzen überwachsen.

Fachgerechte Kronenbegrenzungsschnitte erfordern Kenntnisse über den Baum, dessen Pflege und über die örtlichen Bestimmungen betreffend Bäume im Nachbarrecht. Ein frühzeitiges Erkennen des Problems und damit rechtzeitiges Begrenzen der Krone verspricht dem Baum einen schonungsvollen Schnitt und ein längeres Leben. Besser noch wäre die richtige Baumartenwahl am richtigen Ort wodurch Begrenzungsschnitte erst gar nicht notwendig werden.


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zum SeitenanfangGrund zum Baumschnitt: Baumform

Kastenschnitt

strenge und aufwändige Erziehung: Kastenschnitt

Für manche Bäume werden Formen vorgesehen, die dem natürlichen Habitus (typisches Erscheinungsbild) einer Baumart nicht entsprechen. Solche Formschnitte kommen heute vor allem noch in historischen Anlagen zur Anwendung (z.B. Kastenschnitt).

Oft werden aber auch Bäume auf Parkplätzen oder in Gartenwirtschaften so unter der Säge gehalten, dass sie in ihrer schattenspendenden Schirmform erhalten bleiben. Weitere Formschnitte sind beispielsweise Kugelschnitt, Mittelachsschnitt und selbstverständlich diverse Hecken und Figuren.

Oft kommt bei Formschnitten ein sogenannter Rückschnitt auf Köpfe zur Anwendung, welcher in der Regel jährlich ausgeführt werden muss. Von den grosswachsenden Baumarten eignen sich Platane, Linde und Rosskastanie am besten für den Rückschnitt auf Köpfe. Für strenge Hecken- und Figurenformen sind kleinlaubige, immergrüne Arten am besten geeignet.

Spezielle Baumformen, wie beispielsweise die Schirmform, werden in spezialisierten Baumschulen bereits vorformiert. Bäume, für welche eine spezielle Form bestimmt ist, müssen bereits als Jungbäume mit intensiven Erziehungsschnitten aufgebaut werden. Nur so kann ein stabiles, tragfähiges Gerüst entstehen.

Bäume welche eine natürliche Kronenform entwickelt haben und die Grösse der gewünschten Krone bereits überschritten haben, sollten keinesfalls zurückgestutzt und neu formiert werden. Andererseits sollten Bäume, welche zu einem Formschnitt erzogen wurden, in einem späteren Stadium keinesfalls auf ihre natürliche Form umgestellt werden. Solche Umstellungen haben meist mechanische Probleme zur Folge.

Bäume mit Formschnitt müssen öfter als natürlich gewachsene Bäume geschnitten werden. Dadurch ist der Formschnitt sehr kostenaufwendig. Bei der Planung von Baumpflanzungen, bei denen ein Formschnitt in Betracht gezogen wird, muss also auch überdacht werden, ob der erforderliche Pflegeaufwand auch nach 40, 60 oder 80 Jahren noch aufgebracht werden kann.


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zum SeitenanfangGrund zum Baumschnitt: Obstertrag

Der Ertragsschnitt zur Gewinnung von Obst ist einer der häufigsten und bekanntesten Gründe, Bäume zu schneiden.

Obstbäume sind kultivierte Baumarten, die in erster Linie der Früchte wegen angepflanzt werden. Um hohe Fruchterträge zu erzielen, sind Ertragsschnitte unumgänglich. Diese werden in der Regel alle zwei Jahre ausgeführt, sind aber bei speziellen Sorten und Baumformen jährlich notwendig.

Für Ertragsschnitte an Obstgehölzen sind besondere Kenntnisse Voraussetzung, da sich die Schnittechnik in vielen Punkten vom Schnitt an Allee- und Parkbäumen unterscheidet.

Da Obstbäume in erster Linie der Früchte wegen angepflanzt werden, ist der Baum selbst in der Regel zweitrangig oder gar nur “notwendiges Übel“ zum Nutzen. So wird bei Ertragsschnitten weniger auf die natürliche Form, die Schnittmenge und die Schnittführung geachtet als darauf, dass nach dem Schnitt das Fruchtholz genügend belichtet wird und im Frühjahr möglichst viele Blüten treibt.

Für wirtschaftlichen Ertragsobstbau werden Arten und Sorten berücksichtigt, welche schwachwüchsig, blühfreudig und resistent gegen Obstkrankheiten sind. Spezielle Formen wie Spindel-, Dreiast- oder Y-Form sind in Obstanlagen gängig. Solche Obstbäume bringen bereits nach zwei bis drei Standjahren hohe Erträge, werden aber nach 15 bis 20 Jahren gefällt und durch neue ersetzt.


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